Der Goretex Transalpine Run ist einer der härtesten und zugleich spektakulärsten Trailläufe der Welt. 297 Teams starteten am 02. September auf der neuen Ostroute von Garmisch- Partenkirchen zu dem grossen Abenteuer der Alpenüberquerung. Ein Laufteam besteht immer aus zwei Personen und muss auf der gesamten Strecke in einem Zeitfenster von zwei Minuten zusammenbleiben. Die Route führt in sieben Tagen durch Österreich (Etappenorte Nassereith, Imst, Mandarfen im Pitztal, Sölden) nach Italien. Von St. Leonhard in Passeier ging es dann weiter zum vorletzten Etappenort nach Sarnthein. Das große Finale fand dann am Samstag, 08. September in Brixen in Südtirol statt. Bis dahin mussten die Athleten 257,6 km mit über 16.500 HM durchs hochalpine Gelände über Gipfel, Grate und Gletscher bewältigen.

Mittendrin ein Team aus Fröndenberg mit Christoph Hussmann vom VfL Fröndenberg mit seiner Lebensgefährtin Diana Peters.

Zusammen mit dem befreundeten Arnsberger Team Now or Never, besetzt mit Martina und Michael Regniet, nahmen sie die Herausforderung an.

Die Athleten haben sich vor vielen Jahren durch den Sport kennengelernt und daraus hat sich eine große Freundschaft entwickelt. Nicht zum ersten Mal stehen die vier zusammen an der Startlinie. Bisher waren es aber eher die kleineren Veranstaltungen in der Heimat. Ein bisschen verrückt muss man schon sein, wenn man an solch einem Rennen teilnimmt, ohne große Erfahrung im Alpingelände und mit Etappenläufen zu haben.

Regniets sind routinierte Langstreckenläufer und haben schon etliche Marathons erfolgreich absolviert. Diana Peters (Triathletin) bringt die Ausdauer durch ihre absolvierten Ironmanrennen mit. Christoph Hussmann (Ultraläufer) sammelte in den letzten Jahren durch Ultraläufe, Trailläufe und Marathons – unter anderem den Zugspitzmarathon – die meiste Erfahrung.

Trotzdem war für alle vier diese Mammutstrecke kein Zucker schlecken.

Bei der monatelangen Vorbereitung hatten die vier eine hervorragende Betreuung und Unterstützung durch ihre Trainer. Vor ihrem Start gab es bei den Athleten jedoch immer wieder einige Bedenken und Zweifel, ob der Körper den Strapazen gewachsen ist, und sie das Ziel in Brixen wirklich erreichen können.

Voller Vorfreude und hoch motiviert ging es dann endlich los. Der Wettergott meinte es gut, trotz angekündigter Gewitter und Regen blieben die Sportler davon verschont und hatten damit optimale Laufbedingungen.

Die Strecken waren wunderschön, abwechselungsreich aber sehr anspruchsvoll. Es dauerte nicht allzulange, bis sich die ersten kleinen Blessuren bemerkbar machten. Von Tag zu Tag hatten immer mehr Athleten Probleme mit Verletzungen, und viele hatten mit den einzuhaltenden Cut Off Zeiten zu kämpfen. Nach der 3.Etappe, der Königsetappe ins Pitztal mit 53 km, schieden viele Teams aus dem Rennen aus.

Auch wenn alle weiterhin hoch motiviert waren, machten die Blessuren vor ihnen auch keinen Halt, und die tägliche Belastung verbesserte die Situation nicht. Zudem kam die Müdigkeit hinzu, die allen von Tag zu Tag mehr zu schaffen machte, und ihnen immer mehr Kraft kostete.

Durchhalten war angesagt , als die letzte Etappe nach Brixen anstand. Jetzt hatten sie es so weit geschafft, jetzt sollte es auch noch bis nach Brixen klappen. Die Unterstützung aus der Heimat war gross. Viele verfolgten das Rennen, was immer wieder für Motivation sorgte. Nach sieben langen, anstrengenden, aber sehr schönen, erlebnisreichen Tagen konnten die vier Sauerländer dann überglücklich den Zieleinlauf in Brixen genießen. Sie hatten es tatsächlich geschafft.

Von 296 Teams, die an den Start gingen, haben es 208 Teams ins Ziel geschafft.

Das Team von Christoph Hussmann und Diana Peters benötigte 54:35:79 Std. für die Alpenüberquerung und schaffte es auf Gesamtplatz 181. Das Team des Ehepaares Regniets benötigte 56:47:38 Std (Platz 193).

Die vielen Eindrücke und Erlebnisse müssen erstmal sortiert und verarbeitet werden. Aber gefeiert wurde sofort.

Traditionell sprangen erstmal alle in den Dorfbrunnen. Das erste, zweite und dritte Bier ließ auch nicht lange auf sich warten, und trotz der Müdigkeit feierten alle bis in die Morgenstunden bei der Abschlussparty mit allen Athleten.

Dieses Abenteuer werden die vier Athleten ein Leben lang in toller Erinnerung behalten, und galt noch einmal als Bewährungsprobe für Christoph Hussmann und Diana Peters, bevor sie nun geheiratet haben. Alle sind sehr froh, dass sich zum Transalpine Run angemeldet und teilgenommen haben.